Hinter schwedischen Gardinen

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Heute war ich mit meinen lieben Kollegen Juliane Pfeil-Zabel und Harald Baumann-Hasske auf Stippvisite in der JVA Chemnitz. Baulich hat sich in den letzten Jahren schon vieles verändert. Die neue Torwache ist entstanden, eine neue Fläche für Familien ist entstanden, auf der Kinder, die zu Besuch bekommen, spielen können. Der Offene Vollzug wird bald eröffnet. Und dennoch: das Gefängnis bleibt ein Ort, in den man nicht will und den jede Insassin wohl schnell wieder verlassen möchte.

Dass dieser Übergang, von der Gefangenschaft in die Freiheit, nicht immer gut vorbereitet ist, habe ich heute von der Interessenvertretung der Gefangenen gehört. Sie wünschen sich, auf das Leben vor der Mauer besser vorbereitet zu werden. Es gehe schließlich auch um Rückfallgefahr, um Resozialisierung, um eine faire zweite Chance. Ein eindrücklicher Besuch, an dessen Ende für mich steht: die Investition in Beton ist schön und gut, aber an den Menschen dürfen wir deswegen nicht sparen. Wenn das Justizpersonal auf dem Zahnfleisch geht, dann leidet die Sicherheit, dann leidet die Betreuung und dann leidet auch der erzieherische Aspekt der Strafe. Hier müssen wir tätig werden.

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