Immer mehr Bürgerinnen und Bürger fordern demokratische Teilhabe ein: Sie wollen nicht mehr, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird, sie wollen sich an Entscheidungsprozessen beteiligen.

Für Politik und Verwaltung ist die ordentliche Durchführung solcher Beteiligungsverfahren heute indes oft noch eine Herausforderung: Es gilt, Bürgern das Gefühl zu geben, dass ihre Anregungen willkommen sind, dass ihre Anliegen ernstgenommen werden und eine Reaktion erwirken. Indem man alle Betroffenen an einen Tisch bringt, die Bürger selbst in die Verantwortung nimmt und in die Lage versetzt, fachlich mitzureden und an der Lösungsfindung zu partizipieren. Ein kontinuierlicher Dialog mit klaren Rahmenbedingungen, Regeln und Grenzen, mit Offenheit in der Sache und Verbindlichkeit im Vereinbarten. Diese Prozesse brauchen Zeit und Ressourcen. Deswegen wird heute leider immer noch allzu oft auf Bürgerbeteiligung verzichtet.

Ich bin überzeugt: Bürgerbeteiligung ist eine lohnenswerte Investition. Jeder zusätzliche Kopf bringt einen neuen Blickwinkel, neue Ideen und Expertise ein und kann die Lösungsfindung damit verbessern. Und wer sich auf diese Weise einbringt, übernimmt auch ein Stück weit selbst Verantwortung für das Gemeinwohl.

Wo immer wir die Gelegenheit haben, sollten wir mit den Menschen reden und nicht über sie. Die direkte Auseinandersetzung zwischen Betroffenen und Experten fördert das gegenseitige Verständnis. Das sorgt letztlich auch dafür, dass Entscheidungen besser akzeptiert werden.

Bürgerbeteiligung ist ein Dienst an unserer Demokratie – sie zu fordern und zu fördern ist mein Anliegen.