Kontakte dürfen auch in schwierigen Zeiten nicht abreißen

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Reise des Parlamentarischen Forums Mittel- und Osteuropa nach Baschkortostan als Auftakt für weitere wissenschaftliche und wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Mit dem Parlamentarischen Forum Mittel- und Osteuropa bin ich derzeit auf Austauschreise im russischen Baschkortostan, mit Stationen in Ufa und Samara. An der Reise nimmt auch der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow teil. Die Mitglieder des Forums sind Abgeordnete des Landtages, des Bundestages sowie Experten aus Wirtschaft und Verwaltung, die auf Eigeninitiative und auf eigene Kosten die Zusammenarbeit zwischen Sachsen und den Ländern in Mittel-und Osteuropa pflegen und voranbringen wollen.

Während unseres Aufenthalts treffen wir uns unter anderem mit dem Vorsitzenden der Staatsversammlung, dem Parlamentspräsidenten, Vertretern der deutsch-russischen Joint Venture-Firma Witzenmann, Vertretern der Universität in Ufa sowie Vertretern der Zivilgesellschaft, um uns über die weiteren Möglichkeiten der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit auszutauschen.

Zwischen dem Freistaat Sachsen und der Republik Baschkortostan, die zur Russischen Föderation gehört, bestehen seit 1993 enge Beziehungen. Schwerpunkte der Kontakte sind beispielsweise Umweltprojekte, Hochschulkooperationen und Schulpartnerschaften.

Gerade im Bereich der Umwelttechnologie sowie des Chemieanlagen- und Werkzeugmaschinenbaus ist die Region für viele Unternehmen in Sachsen und besonders im Kammerbezirk Chemnitz ein wichtiger Handelspartner der Arbeitsplätze sichert.

Besonders erfreulich ist die bestehende Zusammenarbeit der TU Bergakademie Freiberg im Bereich der Metallformung, der TU Chemnitz im Bereich des Strukturleichtbaus und der Studentenaustausch der TU Dresden mit der Universität in Samara. Die Reise hat darum auch das Ziel die bestehenden Kooperationen der Universitäten zu festigen.

Bereits 2016 reiste der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig mit Unternehmen des sächsischen Maschinen- und Anlagenbaus, der Automobilzulieferindustrie, des Strukturleichtbaus sowie des Chemie- und Anlagenbaus nach Samara/Togliatti. Die Reise hatte zum Ziel, Kooperationsbeziehungen zwischen sächsischen und samarischen Unternehmen zu festigen und zu entwickeln sowie Möglichkeiten der Modernisierung von Produkten und Fertigungsprozessen zu erörtern. Besuche fanden dabei insbesondere bei „AVTOVAZ“, im Industriepark „Togliattisyntez“ sowie in Unternehmen des Werkzeugmaschinenbaus und der Metallurgie statt.

Das Handelsvolumen sächsischer Unternehmen mit Partnern in der Republik Baschkortostan ist nach wie vor hoch.  Gerade Sachsen und die Region Chemnitz verfügen über traditionell gute wirtschaftliche Beziehungen mit der Republik im Südural. Darum dürfen auch in schwierigen Zeiten die wirtschaftlichen und politischen Kontakte nicht abreißen.

 

Hintergrund

Das Handelsvolumen zwischen Sachsen und Russland ging in den letzten Jahren unter dem Eindruck der Sanktionen deutlich zurück. Erreichte der Wert der aus Sachsen nach Russland ausgeführten Waren im Jahr 2012 noch einen Höchststand von mehr als 1,3 Milliarden Euro, sank dieser Wert im Jahr 2016 um mehr als die Hälfte, auf 660 Millionen Euro. Noch deutlicher ist die negative Entwicklung bei den Einfuhren. Importierte Sachsen im Jahr 2011 noch Waren im Wert von knapp 2 Milliarden Euro aus Russland, gingen die Importe im Jahr 2016 auf 127 Millionen zurück. Allein im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies einen Rückgang von 88 Prozent.

 

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